Dauerwohnen auf Campingplätzen

 

A n t r a g

zur Zulassung des dauerhaften Wohnens auf Soltauer Campingplätzen

Derzeit erarbeiten Verwaltung und Bürgermeister ein Konzept zur strategischen Zielausrichtung der Stadt Soltau für Campingplätze im Stadtgebiet. Sie haben das Ziel, das dauerhafte Wohnen auf Campingplätzen möglichst zu unterbinden.
Einige Campingplatzbetreiber haben hingegen unmissverständlich klar gemacht, dass für sie gerade das dauerhafte Wohnen ein wichtiges zusätzliches Standbein ist, welches ihnen gerade auch außerhalb der touristischen Saison zu beständigen Einnahmen verhilft. Auch der Betreiber des geradezu erweiternden Campingplatzes „Am Mühlenbach“ rechnet nach eigener Aussage fest mit Dauerbewohnern als zusätzliche Einnahmequelle.
Wir stellen den Antrag, das Dauerwohnen in begrenzter und reglementierter Form zuzulassen, denn es gibt einige positive Aspekte, die dafür sprechen:

1. Das Wohnen auf einem Campingplatz ist besonders kostengünstig. So zahlt z. B. ein Camper mit eigenem Haus auf einem Soltauer Campingplatz nach eigener Aussage nur 115,–€/Monat

2.(Grundstückspacht, Strom, Wasser). Bei den immer geringer werdenden Renten kann man den Menschen nicht gleichzeitig die Möglichkeit nehmen, wirksame Einsparungsmöglichkeiten zu nutzen und das kann für einige auch das Wohnen auf einem Campingplatz sein. 2. Bei geringeren Kosten lebt es sich auf guten Campingplätzen ausgesprochen naturnah, während andere Menschen mit geringem Einkommen in Wohnblocks mit unattraktiver und isolierender Umgebung leben müssen.

3. Auf guten Campingplätzen gibt es häufig eine Vernetzung der Bewohner untereinander, so dass nicht selten eine soziale Gemeinschaft besteht Die Struktur mit kleinem Geschäft, Sportmöglichkeiten, Restaurant, Einbindung von Naturbereichen, Seen und einer deutlichen Zurückdrängung des Autoverkehrs lassen ein naturnahes Lebensumfeld entstehen, welches gerade auch für Kinder ideal ist. Sie wachsen deutlich gesünder und mit viel mehr Bewegungs- und Kontaktanreizen auf als in einem engen, versiegelten Wohngebiet von heute.

4. Das Wohnen auf einem Campingplatz kann einen großen Zugewinn an freier Lebenszeit bedeuten, denn den größten Teil der Pflege des Platzes übernimmt der Betreiber mit seinen bezahlten Kräften. Die Bedeutung des eigenen, kleinen Grundstückes kann bei so viel gemeinschaftlich genutzter, attraktiver und naturnaher Umgebung in den Hintergrund treten oder entfällt bei manchen ganz. Das bedeutet Entlastung, Freiheit, Freizeit.

5. Die genannten bezahlten Kräfte sind Arbeitsplätze, z. B. auf einem Soltauer Campingplätz 60 Stück. Über den Wert von Arbeitsplätzen braucht hier nichts ausgeführt werden, darüber besteht breiter gesellschaftlicher Konsens.

6. Eine neue EU-Richtlinie erleichtert die Erlaubnis des Dauerwohnens.

7. Es gibt Kommunen, die das Dauerwohnen bereits zugelassen haben und es ist also nicht rechtlich unmöglich, sondern liegt ganz an der Stadtpolitik und der Einstellung der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, wie sie mit dem Thema umgeht.

8. Wer auf einem Campingplatz lebt, muss nicht wenige Einschränkungen hinnehmen und die meisten sind sich dessen bewusst und nehmen diese bei ihrer Entscheidung in Kauf. Die Problematik eines angrenzenden Gewerbegebietes, bei dem Immissionen wie z. B. Lärm, Gerüche etc. sicherlich vorkommen werden und damit spätere Klagemöglichkeiten der Dauerbewohner fast vorprogrammiert sind, kann man umgehen, in dem
man zu duldende Einschränkungen und Belastungen in den Bebauungsplan mit aufnimmt. Evtl. kann man dieses auch über die Eintragung einer beschränkt persönlichen Dienstbarkeit in Abt. II des Grundbuches aufnehmen. Der Eigentümer des Campingplatzes muss diese Dienstbarkeit dann in seinen mit den Dauerbewohnern geschlossenen Miet- und Pachtverträgen regeln.

Es soll hier nicht einem ausufernden, wilden Wohnen im Außenbereich das Wort geredet werden. Aber ein vernünftig gesteuertes Wohnen auf Campingplätzen als neuer, zukunftsweisender Wohnform sollte durchaus einen Platz in der Gesellschaft finden.

AfD- Stadtratsfraktion